Mechanik vs Charakter Immersion


Hier hat Norbert G. Matausch eines der Probleme auf den Punkt getroffen, was mich so sehr bei vielen Rollenspielsystemen stört – auch bei dem, welches ich vornehmlich verwende:

Da ist nur ein Problem. Ich bin, Vorsicht, das boese Wort, ein Fan von Immersion, die ich ganz klassisch als “Verschmelzung mit dem Charakter” definiere. Waehrend diese Qualitaet natuerlich keineswegs problematisch ist, tun sich Hindernisse auf, wenn ich als Spielleiter, der immersionistische Spiele(r) liebt, in Kontakt mit einem Rollenspiel neuerer, oder spezifischer, forgiger, Machart trete.

Warum?

Wie laeuft die Ergebnis-Ermittlung eines Konflikts im Rollenspiel ueblicherweise ab?
Wuerfeln.
Addieren.
Subtrahieren.
Pasche suchen.
Vergleichen.
Punkte abziehen.

Ist mir zu viel Mechanik. Was wiederum bedeutet, dass meine Spieler und ich uns zu lange auf der Meta-Ebene aufhalten. Und das wiederum ist fuer mich der Tod der Immersion.

Bei D&D passiert das eigentlich immer, wenn man in den Kampf eintaucht. ZWar ist das zugrundeliegende Prinzip einfach, aber neben dem Wurf an sich muss man auch noch korrekt ziehen, die richten Feats anwenden, Zauber planen, richtig plazieren, Effekte beachten, Rettungswürfe durchführen, verbleibende Resourcen tracken…

Aber Norbert ist auch gegen die Conflict-Resolution, die gleich den kompletten Konflikt in einem Wurf abhandelt und die Atmosphäre dann rein in die Erzählung verliebt. Ich mag die Conflict Resolution zwar, aber ich kann das Problem, so glaube ich, nachvollziehen. Vor allem, wenn man näher ans Geschehen will, ist es schlecht, wenn man nur einen kompletten Konflikt auflösen kann. Ausserdem entfernt man sich auch in der Conflict Resolution vom Charakter, da man vorher die zu erreichenden Ziele festlegt.

Hier braucht man  entweder ein System,w as einem die Wahl lässt: Will ich den kompletten Konflikt abhandeln, oder will ich näher ran? (Hier sind wir dann wieder bei TSOY – ich kann nichts dafür, dass ich es so oft erwähne. Es besitzt einfach diesen Mechanismus!)

Eine andere Möglichkeit wäre ein System, dessen Task-Resolution so einfach und schnell ist, dass man sich keine Gedanken um die Technik dahinter machen muss. Der Trick ist hierbei, dass es dynamische und elegante Lösungen für Optionen bieten muss. Intuitiv zugänglich müsste es sein… und ich habe keine Ahnung, ob es sowas gibt oder geben kann.

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