Zweiter Blick: Dark Knight


Auch auf den Dark Knight sei ein zweiter Blick erlaubt. Zuerst aber erst einmal hier mein Blick auf diesen Film.

Ein Kollege von mir teilt meine Meinung nicht. Ich hätte zu den Sachen sicher auch noch etwas zu sagen – aber ich meine das meiste bereits gesagt. Darum hier die Kommentare meines Kollegen zum Dark Knight.

Heath Ledger als Joker? Mit seiner Bemalung und Entstellung wirkt der neue Joker mehr wie ein fehlplazierter Wrestler, eine fette Version von Sting und nicht wie ein Superschurke. Klar ist der Joker ein Psychopath, komplett durchgeknallt und gefährlich, aber er ist eben mehr als das. Er ist ein Superschurke, so wie Batman ein Superheld ist. Und eben das kam überhaupt nicht herüber.
Ich meine mich auch zu erinnern, dass der Joker einen gewissen Stil hat und hierbei brauche ich nicht auf die alten Batman-Filme zurückzugreifen. Ein Blick in die Comics reicht da vollkommen aus. Dieser Joker, der von allen so hochgelobt wird, ist einfach nur dreckig. Er wird dem Bild des Jokers nicht gerecht.

[AW] Batman ist eigentlich nicht wirklich ein Superheld, weil er keine Superkräfte hat. Er ist ein Artist, Kampfkünstler und technischer Trickster: eigentlich eine Art weisser Ninja. Dieser Stil des Jokers von dem du redest hat sich in den flashy 70ern herausgebildet, als alle ganz überkandidelt wurden (inklusive Superpets, theaterhafte Schurken und elaborierte Achterbahnfallen).

Ich denke, das ist auch der Grund, warum der Film versagt, wo er brillieren sollte. Er wird der Vorlage nicht gerecht und transportiert sie nicht adäquat in ein anderes Medium. Wirkten Batman Forever und Batman und Robin verloren in dem neuen Medium, zu bunt und comichaft, zu wenig angepasst auf das Medium “Film”, ist Dark Knight zu real, zu wenig evokativ, zu kalt und zu wenig dunkel.
Gotham ist eben einfach nicht nur Chicago. Batman ist nicht nur ein Mann in einem dunklen Fledermauskostüm und der Joker ist nicht einfach nur ein wahnsinniger entstellter Irrer. Es sind Superhelden, Superschurken und eine fiktive, dunkle, unheimliche Stadt – einfach nur Kälte, Perfektion und Distanz kann dem nicht gerecht werden.

[AW] Die ‚Vorlage‘ ist eben nicht homogen, sondern der Batman-‚Myhos‘ hat seine buntgescheckte Geschichte. In den Dreissigern war Batman (schon) ein düsterer Rächer, der die Verbrecher durchaus auch getötet hat im Kampf  – also ein echter Vigilant, der auch hassgetrieben ist. Erst mit seiner Mainstream-Kompatibilität in den 60ern und 70ern wurde er son kindergerechter Do-Gooder, der die Schurken immer so schön Bud Spencer-haft verbimste und für die Polizei zum Abholen fesselte. In den Achtzigern wurde er dann wiederum mit Frank Miller zum Menschen – da war er wirklich (endlich) wieder ein „Mann im Fledermauskostüm“, ein alter Mann mit Zipperleins und ein desillusionierter Mann. Der Dark Knight ist nicht mehr der jugendliche Held aus den 70ern.

Die brutale Gewalt mit der es in Dark Knight zur Sache geht ist sicher auch nicht jedermanns Sache. Da wird geprügelt was das Zeug hält, hart und direkt. Irgendwie erinnert mich das an die Wandlung, die James Bond durchgemacht hat nur: Da passt es. Bei Batman? Nicht. Es fliesst zwar kein Tropfen Blut, aber das ist bei dem Film eine der wenigen Sachen, die ihn noch vom Comic The Punisher fernhält. Augen auf: Bei Dark Knight sterben nur deshalb die Leute nicht, weil sie oft unmenschlich viel einstecken können. Batman tötet nicht, aber seine jetzige Vorgehensweise nimmt den Tod billigend in Kauf.

[AW] Damit kehrt Batman also zu seinen Ursprüngen zurück.

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