D&D 4 – Diskussionsstoff


Ich habe ein paar Kommentare zu meinem letzten Post bekommen, die etwas längere Antworten „erfordern“. Die will ich lieber in einem eigenen Post geben, als im Kommentarbereich. Also. Los gehts:

Da ist erst einmal ein Kommentar von rorschachhamster:

Was mich, als alten Sack, schon in den Vorschauen so gestört habe, das ich die 4e wohl nicht anfassen werde, ist das die Powers so… unrealistisch sind. Was sich im ersten Moment reichlich dämlich anhört, bei D&D und so. Aber gemeint ist einfach die Möglichkeit, diese Powers – mit ihren schicken Animenamen und coolen Auswirkungen – sich vor seinem inneren Auge als etwas vorzustellen, was man selber könnte, wenn man dann ein mächtiger Krieger wäre. Nein. Da seh ich eher Son Goku durch die Gegend flitzen. Und dann kommt noch dazu das alle Powers auf den Kampf zugeschnitten sind und damit alle Charaktere gleich gut im Kampf sind. Und das ist nicht das, was ich von meinem Rollenspiel möchte. Gut – aber jedem das Seine.

Ja, jedem das seine. Aber:

Ja, ich stimme dir zu: Die Powers sind nicht realistisch, sondern „cool“. Ich sehe allerdings nicht Son Goku vor mir, sondern eine Reihe von Animes und Filmen, die mir gefallen. Wenn ich an 300 denke, kann von Realismus nicht die Rede sein, ebensowenig bei einem Blick auf FIlme wie Riddick. Die Powers sind schön beschrieben, unterstützen die heroische Action, die ich inzwsichen aus fast jedem Videospiel und immer mehr (fantasy)-Filmen kenne. Wem das nicht liegt (ich spiele wenige Videospiele, aber mag Filme und Comics sehr, auch im „Genre“ Anime bin ich „zu Hause“), der wird natürlich mit D&D 4 so seine Probleme haben. Ich empfinde es als Zeitgemäß ohne mich zurückgelassen zu fühlen. Es ist wohl einfach „mein Ding“.

Den anderen Kritikpunkt verstehe ich wesentlich besser: Die Powers sind alle auf den Kampf zugeschnitten. Ich habe ja auchs chon das zurückgefahrene Skillsystem kritisiert, was ein wenig in diese Richtung geht. Ausserhalb des Kampfes bietet D&D 4 nicht so viel. Ich empfinde das deshalb nicht so schlimm, weil ich D&D (3.5) schon immer als unglaubwürdig ausserhalb der Kämpfe empfunden habe. Unglaubwürdig und Stellenweise unfair. Warum soll ein Krieger immer ein Fachidiot bleiben, aber ein Rogue kann alles? Und ein Wizard hat die Möglichkeiten viel zu lernen (da sein Spellcasting Stat in der Regel sehr hoch ist und zufällig auch die Skills/Level mit anhebt). Abgesehen von dieser Unfairness erlebe ich es durch eigentlich alle meine D&D Gruppen, dass das Regelsystem ausserhalb des Kampfes stark in den Hintergrund tritt. Spieler erzählen,d er GM reagiert und lässt öfter als nicht auch Dinge zu, die nicht durch die Skills des Charakters abgedeckt sind. Das ist okay. Besser wäre ein System, was das Spiel auch hier gut unterstützt, aber D&D hat das schon bei D&D 3.5 nicht so wirklich toll getan.

Brilliert hat D&D (zumindest seit 3/3.5) IMO hingegen bei seinem Kampfsystem. Die taktische Komponente war überaus stark ausgeprägt und macht unglaublich viel Spaß. Nicht zuletzt ist in den offiziellen Abenteuern ja auch ein Großteil der Erfahrungspunkte im Kampf zu holen. Wenn man da aber eh seine Stärken hat und zudem im anderen Bereich am System vorbei gearbeitet wird, kann man sich auch ruhig auf seine Stärke konzentrieren.

Ob das so bleiben muss, lasse ich Mal dahingestellt. Für die Magier zumindest gibt es ja noch die Rituale, die auch ausserhalb des Kampfes eine Rolle spielen können. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass jemand mit einer Idee um die Ecke kommt, um auch den anderen Klassen eine Nische ausserhalb des Kampfes zu bieten. Dabei wäre aber darauf zu achten, dass alle Klassen auch ausserhalb des Kampfes eine Rolle spielen sollten. Andersrum ist es ja jetzt (glücklicherweise) auch der Fall: Jeder ist wichtig. Vielleicht ist das die beste Errungenschaft von D&D 4.

1of3 schreibt:

Synergien sind gleichsam ausgeschlossen. Das ist ja von einigen gerade kritisiert worden.

Ich glaube nicht, dass das auf lange Sicht so bleiben wird. Und selbst wenn: Es kann immer ncoh Synergien geben innerhalb einer Runde. Bisher gibt es hier keine Probleme oder Effekte, aber ich rechne stark damit, dass sich das in einem Jahr geändert haben wird. Irgendwann sind die Möglichkeiten erschöpft, die man an Powers, die einen Zug lang oder oder einen Moment lang wirken, erdenken kann. Dann kommt der nächste Schritt. Vielleicht schliesst man am Anfang Synergien explizit aus. Auf Dauer glaube ich da einfach nicht dran. Zu Reizvoll sind die Möglichkeiten.

Ich halte es für den Anfang sinnvoll Synergien möglichst klein zu halten, weil man ihre Effekte nicht absehen kann, wenn das Material immer weiter zunimmt. Die Probleme kommen schon noch früh genug.

Eine Antwort zu “D&D 4 – Diskussionsstoff

  1. Interessanterweise mag ich auch Anime bzw Manga und Actionreißer. Aber es geht nicht nur um den Ton als vielmehr um das Eintauchen in die Spielwelt, den dieser Ton mir persönlich halt erschwert. Und wenn dann „nur“ eine Comiclandschaft vor meinem inneren Auge auftaucht, statt die Specialeffects eines Actionreißers… wie gesagt, vollkommen subjektiv, aber kaufentscheidend.

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