Ardania – 1000 Tode


Jaja, D&D und die Tode, die man stirbt. Und derer gibt es viele! Was soll man sagen? Auch mir passiert es. Und als Rogue ist man anscheinend tendenziell den Gefahren wesentlich stärker ausgesetzt – oder nicht? Aber es macht mir Verhältnismässig wenig aus. Es lässt mich nicht kalt, nein es ärgert mich richtig, wenns es mal wieder daneben geht, aber realistisch betrachtet? Realistisch betrachtet ist alles halb so wild. Noch.

Darum heute mal wieder etwas über den Charaktertod, über Wege die man als Spielleiter gehen kann und … wer weiß was mir sonst noch zum Thema einfällt?

Der Cast

Sieben Freunde müsst ihr … äh, okay, okay ich fang schon an.

  • Rhymor, „der Barbier“ von Bytopie (Human Fighter)
  • Ob zum Anlocken von Gegnern oder zum Anlocken von hübschen Heilerinnnen, Rhymor ist zur Stelle. Solange er am Ende die Heilerin nicht so behandelt, wie den Gegner soll es uns Recht sein.

  • Dragor Blitzhammer (Dwarf, Mage of the Arcane Order)
  • Auf so einem hohen Level einen Magier zu spielen ist wirklich eine Herausforderung. So viele Zauber, so viele Möglichkeiten! Und die richtigen zur Hand zu haben, wenn man sie braucht … Dragor kriegt das hin.

  • Balthazaar (Gnome, Mindbender)
  • Und wenn man den Gegner verwirren und täuschen kann, hat Balthazaar den einen oder anderen Trick in der Hinterhand. Etappenweise muss das frustrierend sein. Aber manchmal klappt es auch einfach, und dann klappt es wirklich gut. Ich finde es bewundernswert – in der selben Situation käme ich mir immer wie die zweite Geige vor. Damit kann ich nicht umgehen.

  • Zugon Ravenwood (Human Druid)
  • Zugon bleibt im Moment etwas farblos, weil der Spieler nicht da ist. Der Charakter bleibt sehr wichtig: Ohne Iskaral hat er die Verantwortung die Gruppe (oder sich selbst) zu Buffen. Da er sonst schon Mal gerne ein kleiner verpisser ist, passt diese Aufgabe immer noch ganz gut zu ihm.

  • Jenny Two-Edge (Human, Rogue)
  • Unser heutiges Opfer ist Jenny. Das ist nicht weiter verwunderlich: Ich sehe den Rogue als risikobereiten Charakter und wenn man effektiv sein will, braucht man entweder Ewigkeiten, um sich abzusichern (was langweilig ist), oder aber man geht hohe Risiken ein. Manchmal gehts daneben. Es liegt meiner Meinung nach in der Natur der Sache.

  • ??? (Aasimar, Radiant Servant of Agrila)
  • Ja, ich gebs zu, ich hab den Namen nicht präsent. Unser Heiler Iskaral ist uns {https://rollenspiel.wordpress.com/2008/11/09/ardania-nach-dem-damon-ist-vor-dem-damon/}[beim letzten Mal} abhanden gekommen. Jetzt brauchen wir Ersatz. Und mit dieser Heilerin kriegen wir ihn. Es wird aber schwer: Wir sind Level 18, sie ist vielleicht Level 12 oder 13. Das wird hart für uns alle, ist aber eine effektive Möglichkeit die Gruppe zu mehr Vorsicht zu zwingen. Ich bin gespannt, was dieser Interessante Schachzug bringen wird.

Wo ist Kia?

Als wir aus der Maureburg zurück in die Stadt kommen, ist Kia verschwunden. Wir können sie auf die schnelle nicht finden. Jetzt ist die grosse Frage: Retten wir Kia oder Iskaral zuerst? Was ist drängender?

Für manche Leute in der Gruppe ist die Entscheidung einfach: Iskaral ist ein langjähriger Freund und Gefährte. Dragor zumindest findet alles andere unwichtig. Jenny sieht das anders, aber sie hat weder zu Kia, noch zu Iskaral starke Bindungen. Das Problem, wenn man erst spät zu einer existierenden Gruppe dazustösst: Man ist irgendwo immer ein Aussenseiter.

Jenny stellt ein paar Nachforschungen an, während die anderen eine Heilerin als Ersatz für Iskaral besorgen gehen. Das ganze ist vorerst nicht mit direkten Kosten verbunden – aber mit schönen Erzählungen: Es finden sich drei Kandidaten, von denen einer bei jeder Gefahr, die Rhymor erwähnt, immer weiter in sich zusammensinkt und am Ende lieber selbst die Flucht ergreift. Eine andere Kandidatin wird hingegen immer interessierter und bietet sich und schliesslich direkt an. Sie ist hübsch, sie kann was, sie gefällt Rhymor. So einfach kann das Leben sein.
Nur, dass sie uns noch alle Prüfen will, ob wir auch ja nicht böser Gesinnung sind – und das ist wörtlich zu nehmen. Einige von uns sind zwar moralisch flexibel, aber nicht so flexibel. Wir sind alle zumindest Neutral.

Jenny kriegt leider nur heraus, dass Kia mit dem Schiff verschwunden ist, sehr hektisch und ohne irgendwem was zu sagen. Sie geht wohl nicht davon aus, dass sie das Geld noch auftreiben kann. Schade. Ich habe keine Ahnung, ob die Aufgabe lösbar gewesen wäre, aber jetzt sieht es so aus, als könnte man sich mit diesem Sideplot gar nicht mehr beschäftigen. An und für sich unwichtig. Es summiert sich aber mit weiteren Begebenheiten auf.

Egal – zurück ins Dungeon

Und wir machen uns wieder auf, in Begleitung unserer netten, neuen Heilerin. Wir haben nicht das volle Potential, dass wir bisher zur Verfügung hatten, so muss Balthazaar für diesen Tag ohne Superior Resistance auskommen. Klar gibt das leichtes Murren, aber am Ende wird dieser Zustand akzeptiert.

Zurück im gesicherten Bereich des Dungeons nehmen wir uns zuerst eines Geheimnisvollen Raums an, den Jenny beim letzten Mal entdecke hat: An den Wänden hängen seltsame Metallschilde und nach unten zeigende Dreiecke. Ausserdem gibt es eine Treppe, die nach oben führt. So richtig traut sich aber erst ein Mal niemand in den Raum. Doch, schliesslich wagt Balthazaar den Schritt – den Flug, auf seinem fliegenden Teppich. Ein Zauber lässt ihn für längere Zeit Magie erkennen und davon gibt es hier genug. Leider ist auch die Wirkung schnell klar: Ein Symbol of Weakness. Der Save DC ist ziemlich heftig, selbst ein relativ guter Wurf rettet Balthazaar nicht.
Entkräftet kehrt er zu uns zurück und unsere Heilerin muss sich um ihn kümmern.
Den Raum lassen wir erst einmal für später liegen.

riesige Hallen

Der heftige Save DC soll nicht das einzige Anzeichen sein, dass es hier unten schwieriger wird. Schon der Weg war mit grösseren Problemen gepflastert inklusive einem Monster, dass uns ja beinahe doch nicht getötet hätte. Und so soll es weitergehen.

Zu der erhöhten Spannung und Gefahr trägt natürlich auch bei, dass wir Iskaral nicht mehr dabei haben und seine Überlegenen Fähigkeiten nicht mehr für uns nutzen können. Wie ich schon sagte halte ich das für einen sehr geschickten Schachzug.

Jetzt sehen wir uns erst einmal weiter hier unten in der Maureburg um. Jenny kommt sich vor, als sei sie Meilenweit unter der Erde und nur mit ein paar Freunden, bei denen sie noch weit davon entfernt ist eine wirkliche Geistesbande zu haben, inmitten von feindlichen Monstern und fallen. Im Gegensatz zu Zugon oder Dragor kann sie, sollte sie verloren gehen, auch nicht wegteleportieren. Im Gegensatz zu Rhymor kann sie alleine wohl auch kaum lange bestehen. (Wobei das eine sehr relative Aussage ist. Bei dem, was uns hier unten begegnet, sähe Rhymor ganz alleine auch nicht lange gut aus.)
Verstärkt wird die etwas bedrückende Stimmung durch die Tatsache, dass das Hauptlicht der Gruppe wieder nur eine Ghost Lantern ist. (Das „nur“ soll den Spruch nicht abwerten. Er ist in seiner Wirkung genial!) Ein Geisterhaftes Licht, dass nur für uns sichtbar ist, erleuchtet die riesigen Hallen nur unzureichend. Bevor wir irgendwelche Türen öffnen, wollen wir zuerst einmal die offenen Hallen erkunden und sehen, ob hier Fallen auf uns Lauern.

Dicht gefolgt von Rhymor geht Jenny voraus und sucht die Wände ab. Bei einer Gruppe von Statuen erlangen wir Eindruck in die Vergangenheit wahrscheinlich längst verstorbener Personen. Gegenstände und Zettel, die Jenny aus Verstecken in den Statuen fischen kann, deuten auf einen Zwist zwischen zweien oder dreien der Personen hin und lockern die Atmosphäre ein wenig auf.
Die Statuen sind fast alles Humanoide und manche von ihnen sind vergangene Berühmtheiten, die an einem bestimmten Punkt ihrer Vergangenheit verschwunden sind – wenn wir denn überhaupt so viel wissen. Die meisten erkennen wir überhaupt nicht.

Die letzte Statue ist grösser und stelle einen Yuan-Ti Anathema dar. Auch diesen Untersucht Jenny sorgfältig und findet noch einen Zettel und eine Brosche.

Sense!

Sie kommt nicht mehr dazu, sich die Gegenstände zu nehmen. Die Statue erwacht plötzlich zum Leben. Sie trifft natürlich. Sie kämpft mit zwei Schwertern, die auch noch darauf getrimmt sind, leichter kritische Treffer zu erzielen. Ausserdem sind sie wohl giftig? Es ist im Grunde egal, weil der erste Treffer bei Jenny schon zu einem Rettungswurf führt wegen Massive Damage.

Massive Damage ist eine der ekligen Regelungen bei D&D 3.5: In einem Treffer über 50 Trefferpunkte bedeutet, dass man Massive Damage kassiert hat. Dagegen muss man einen Fortitude Save ablegen. Und ein Save ist immer vergeben, wenn man eine 1 Würfelt. Genau das passiert Jenny. Der Schlag fällt sie somit direkt, sie ist tot.
So etwas wie Alter Fate oder ähnliches haben wir nicht zur Hand. Da gibt es dann nichts, was man machen kann.

Hm – der zweite „Tod“ in kurzer Folge (vor dem letzten durch Kerzit hat Jenny eben nur ein Alter Fate bewahrt) und diesmal passiert es einfach. Das wurmt mich, aber 5% Chance – es kann nun Mal passieren. Ich kann mich jetzt zumindest ganz dem Gruppenlogbuch widmen.

Der Tod im Spiel

Der Tod im Spiel ist schon eine hässliche Sache. Vielleicht spiele ich Jenny nicht richtig? Aber egal ob richtig oder falsch, manchmal hat man einfach Pech. Ich hätte jetzt einen anderen Charakter spielen können, aber ich verdaue lieber erst Mal Jennys vorrübergehenden Tod. Ich wünschte, es würde mir als Spieler weniger ausmachen, zumal ich ja nichts dran machen kann.

Früher habe ich vor allem in Runden gespielt, wo das Charakterüberleben garantiert war. Das wird irgendwann tatsächlich langweilig. Wenn aber der Tod sich häuft bei einem Spieler, ohne dass der etwas dafür kann, wird es frustrierend. Ich will damit nicht sagen, dass es hier so war! Zwei Mal (aeh. Ich meine einmal + einmal dank Hilfe der Gruppe nicht) … ist nichts. Aber allein dass ich das schreibe zeigt ja, dass es mich bewegt.
Warum ist auch recht schnell erklärt. Die paar Male, wo es passiert ist, hat es Jenny erwischt. (Beide Male. Kein gutes „Sample“.) Keinen der anderen seitdem ich dabei bin. Ich glaube das liegt in der Natur des Rogue. Er ist immer vorne dabei, ohne dabei das Einsteckvermögen des Kriegers zu haben. Wenn er was erreichen will muss er hohe Risiken eingehen. Und für die muss man bezahlen.

Sollte ich anders vorgehen? Das wäre frustrierend: Immer eher hinten dabei bleiben, nur vielleicht einmal zuschlagen und dann dem Rest alles überlassen (einmal zuschlagen hat eigentlich bisher gereicht um Jenny in Probleme zu bringen), die Zeit mit Fallen und Schlössern verbringen? Das reicht mir nicht. Allein schon, weil die Zeitverteilung korrekterweise zugunsten der Kämpfe liegt. Also beteilige ich mich.

Ich sollte mir höchstens ein dickeres Fell zulegen.

Was macht man eigentlich, wenn es einen Charakter öfter trifft als die anderen? Der Charakter stirbt ja, wird wiederbelebt, aber normalerweise schwächt ihn das deutlich (Level Loss – oder in unserem Fall: Action Point loss). Er hinkt von da ab hinter den anderen her. Das steigert die Chance, dass es wieder passiert. Der Spieler könnte sich zurücknehmen, bis sich die Dinge wieder eingerenkt haben. Das kann aber ein Zeitraum von mehreren Spielabenden sein. Zuschauen, aus welchen Grund auch immer, macht nicht so viel Spass wie mitmachen.
Wie reagiert man? Als Spieler kann man, wie oben gesagt, die Strategie ändern. Aber wenn das keine Option ist, was dann? Auf Level 18 macht man auch nicht „mal eben“ einen neuen Charakter … Ich bin etwas ratlos. Und die Frage liegt mir durchaus am Herzen: Ich leite Shackled City (Blogpost wird sicher noch folgen) und muss aus der Spielleiterwarte entscheiden, was ich dann machen. Auf jeden Fall bin ich von dem drohenden Teufelskreislauf nicht begeistert.

Zumindest die eklige Massive Damage Regel gibt es bei Pathfinder so nicht. Sie führt dazu, dass bei hochstufigen Gegnern zu oft ein Rettungswurf durchgeführt werden muss.

zurück zum Kampf

Rhymor muss kräftig einstecken gegen den Yuan-Ti. Eine Runde steht er irgendwie durch, aber er bräuchte Heilung. Unsere Heilerin sollte sich aber nicht nach vorne wagen. Der Gegner würde sie blitzschnell umbringen. Zugon könnte es vielleicht wagen, aber er ist Zugon! Er bittet also Rhymor nach hinten zu kommen.

Eine Massenheilung verschafft Rhymor Zeit. Ich weiß nicht mehr genau, welcher Spruch es war (Cure Critical, Mass?), aber er wurde nicht gewählt, weil so viele Leute Heilung brauchen, sondern weil er auf Entfernung wirkt.

Dragor verschafft den Überlebenden Zeit mit einem Maze Zauberspruch. Der Gegner verschwindet. Zugon beschwört Einhörner, die Rhymor auch noch heilen sollen. Die Heilerin heilt ebenfalls. Rhymor muss standhalten. Ich glaube es wird auch noch Align Weapon auf Rhymors Waffe gezaubert, damit sie durch die Damage Reduction des Gegners kommt.

Der Gegner kommt zurück. Zugon versucht es mit einem Word of Balance. Leider betrifft dieser mächtige Zauber auch die beschworenen Einhörner! Sie werden vernichtet. Der Yuan-Ti leider nicht. Zugons Alignment wandelt sich von Neutral Good zu Neutral. Da ist wohl ein Attonement fällig.

Es wird hart den Yuan-Ti zu vernichten, aber es klappt am Ende, danke massiven Zaubern und natürlich dank Rhymor. Das war jetzt ein Kampf, der so auf der Kippe stand, wie unser typischer Age of Worms Kampf.

Jenny wird geheilt, verliert aber vier Action Points.

Konsequenzen

Ja, das wird schwer. Welche Konsequenzen zieht man daraus? Ideen?

Meine einzige ist: Ich hatte eigentlich schon ein Level 18 Feat genommen: Telling Blow. Aber nachdem das jetzt schon wieder quasi ein Charaktertod war hab ich doch Mal gefragt, ob es da nicht ein Feat gibt, dass vielleicht besser zu vielen Nahtod-Erfahrungen passt. Ich hab mich noch nicht entschieden welches – kennt ihr welche? Es muss nicht unbedingt effizient sein (obwohl ich natürlich ein effizientes Feat gegenüber einem ineffizientem bevorzuge), aber es sollte zu dem Thema „Tod/Nahtod/Überleben“ passen – und nicht so langweilig sein wie Toughness.

Ja, ich will konstruktiv damit umgehen. Und den Frust habe ich mir jetzt weggeschrieben. Hoffentlich läufts ab jetzt besser. Und nein: Ich werde nicht brav hinten bleiben und zuschauen. Dafür macht es so zu viel Spass.

Also? Ideen? Verhaltensweisen, Feats, Kommentare? Immer her damit!

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