Anime: Druaga no To – Aegis of Uruk


Ja, auch außerhalb vom Rollenspiel habe ich noch einige Hobbies, auch wenn sich alles irgendwie in Richtung „Geek“ verdichtet. Rollenspiel, Anime, Fantasy und Science Fiction Geschichten … Ich denke auch meine bevorzugten Charakterdesigns sprechen für sich.

Dann und wann stolpere ich über eine Geschichte, die sich wunderbar neben dem Rollenspiel für die Rollenspieler eignet. Als Ideengeber oder einfach zur Entspannung und Unterhaltung. Und eine solche Geschichte ist Druaga no To – Aegis of Uruk und ihr Nachfolger Sword of Uruk.

Der Anime wurde offiziell im Internet veröffentlicht. Auch sein Nachfolger wird auf Youtube veröffentlicht.

Natürlich wird er nicht nur auf Youtube veröffentlicht. Es gibt auch Torrents mit Fansubs …

Druaga no To – der Anime

Heldengruppen erklimmen einen Turm voller Monster. Am Ende wartet ein toter Gott auf sie, der einen unermessbaren Schatz beschützt. Aber nur einer kann diesen Schatz bekommen. Einmal alle fünf Jahre gibt es ein Ereignis, den Sommer von Anu, bei dem alle Monster im Turm geschwächt sind. Zu diesem Zeitpunkt brechen Heldengruppen, sogenannte Climber, auf, um dem Turm zu besteigen und den Blue Crystal Rod zu erlangen, der von dem toten Gott Druaga bewacht wird.

Eine dieser Heldengruppen wird von dem jungen Gil angeführt, der sich natürlich, klassisch und Stilecht vom Versager zum echten Helden mausert im Verlaufe der Geschichte. Gil will, ganz klassisch, das Böse besiegen und den Turm sicher machen, damit das Königreich endlich nicht mehr unter den Monstern leiden muss.

Auch sein Bruder Neeba erklimmt mit einer Heldenparty den Turm. Anfangs begleitet Gil ihn, doch schon bei der ersten Konfrontation mit einigen Monstern versagt er und Neeba wirft ihn heraus. Gil muss ganz von vorne Anfangen und findet mit viel Glück (und weil der Plot es so will😉 ) eine Gruppe von Begleitern. Ein unfähiger Blitzmagier, der nur mit Hilfe seiner Dienerin zu etwas fähig ist. Eine Priesterin die aus ganz eigenen Gründen den Turm besteigen will, sowie eine erfahrene Speerkämpferin.

Neebas Party besteht neben ihm selbst aus Fatina, einer hübschen Feuermagierin, die vollkommen in Neeba verschossen ist, sowie aus einem Schwer gepanzerten Krieger und einem klassischen Rogue, mit Wurfmessern. Neeba selbst kämpft vor allem mit einem Bogen und ist äusserst zurückhaltend mit Informationen.

Die klassischen und teilweise Überzeichneten Charaktere (Fatina, die den Turm einfach nur für Geld erklimmt, damit sie sich endlich modisch einkleiden kann. Gil, der den edlen Ritter mimt und einfach nur ohne Frage das richtige tun will. Der tolpatschige Blitzmagier …) machen klar: Es handelt sich um eine leichtherzige Geschichte, aber schon früh deuten sich düstere Schatten an, die zu einem dramatischen Finale führen. Wer wird den Blue Crystal Rod erreichen und was will er damit machen? Arbeiten die Climber miteinander oder gegeneinander? Selbst der König des Reiches in dem der Turm steht hat eine Kampagne in Gang gesetzt um das Artefakt zu erlangen. Und der König selbst ist der alte Held Gilgamesh.

Das obige Titelbild ist übrigens sehr passend gewählt. Vorne ist im übrigen unser Held Gil und direkt dahinter, die blonde Schönheit ist Fatina, die Feuermagierin aus Neebas Truppe.

Ein wenig Hintergrund

Ein paar zusätzliche Informationen seien Angebracht. Bei Druaga no To (Tower of Druaga) handelt es sich um ein altes Arcadespiel aus den 80ern in dem ein Held (Gilgamesh) einen 60 Ebenen hohen Turm voller Monster erklimmen muss um am Ende ein Mädchen aus den Klauen des Dämons Druaga zu befreien. Ausgestattet mit einem Schwert und einem Schild muss er bis zum Endgegner vordringen. Die Ausgänge und Schlüssel zum Ausgang werden auf jedem Level zufällig plaziert. Ausserdem gibt es noch einen Geheimen Schatz auf jedem Level, der nur durch bestimmte Aktionen überhaupt erscheint. (1 Minute an der Aussenwand unbeweglich warten. Sich 3 Mal um die eigene Achse drehen. 3 bestimmte Monster besiegen …) Manche dieser Schätze sind einfach nur nützlich. Andere sind notwendig um das Spiel zu schaffen, wie zum Beispiel der Blue Crystal Rod, ohne den Druaga überhaupt nicht erscheint.

So waren, sie die Spiele in den 80ern.

Die „Welt“ im Anime – geeignet für eine Kampagne?

Im Anime ist alles anders. Wobei … Nein. Ist es nicht. Nur manches. Zum Beispiel ist unser Held ein Level 10 Fighter mit einem Holy … nein. Es ist nicht D&D. Aber es taugt gut für D&D.

Unten in den Turm ist die Stadt Meskia gebaut. Geschützt von Patroullien wird hier gehandelt und Heldengruppen brechen in den Turm auf um Ruhm und Reichtum zu erlangen. Vor vielen Jahren hat der Held Gilgamesh den Turm erklommen und den bösen Gott Druaga getötet. Jetzt herrscht Gilgamesh als König über sein Reich. Über die Welt ausserhalb des Turms erfahren wir nur wenig.

Für dieses Setting ist es aber auch nicht wichtig. Der Kernpunkt der Geschichte ist der Turm, den alle Heldengruppen erklimmen müssen. Ein riesiges Monsterhotel mit einem Schatz am Ende. Sehr klassisch. Und nur während des Sommer von Anu gibt es Hoffnung auf Erfolg. Ist das nicht der Perfekte Stoff für ein „ARS“ Spiel? Die Herausforderungen sind gross.

Die Monster sind ja ganz übliche Gegner, ohne sie läuft nichts. Aber abgesehen davon ist der Turm natürlich auch mit Fallen und Rätseln gespickt. Das allein reicht aber nicht: Die Heldengruppen haben alle ihre eigenen Interessen. Hier liegen Konflikte, die über das Monster töten und Fallen entschärfen hinausgehen. Vielleicht braucht man Hilfe. Vielleicht läuft man auch in einen Hinterhalt.

Aber auch innerhalb der Gruppen kann es Konflikte geben. Was ist denn, wenn der Schatz am Ende nur für einen bestimmt sein kann?

Was ist mit den Ressourcen? Es gibt weitere Siedlungen im Turm, aber nicht viele und ihre Möglichkeiten sind begrenzt. Meskia liegt mit zunehmendem Fortschritt immer weiter weg. Und wer weiß, was man auf dem Weg findet?

Und nicht zuletzt ist da die Frage: Was passiert, wenn der Sommer von Anu endet? Steckt man hier fest? Man darf also auch nicht herumtrödeln.

Das alles taugt doch wunderbar um „ein wenig“ Druck zu erzeugen.

Animoide Fantasy

Oh ja. Definitiv. Nehmen wir Mal unseren Helden Gil. Gil ist ein Protector, etwas, was wir alle als Tank kennen sollten. Seine Hauptaufgabe ist es, Gegner mit dem Schild aufzuhalten. Zumindest denkt er das. Und wer schon einmal versucht hat so etwas zu spielen, der weiß, dass es eigentlich nicht besonders cool ist. Aber hier ist es das. Gil rammt seinen Schild mit einem Ausfahrbaren Stab in den Boden um besseren Halt zu haben. Er wirft sich den Feinden entgegen. Manchmal wird er mit Magie unterstützt. Insbesondere am Anfang spielt es nicht so eine grosse Rolle, dass er auch noch ein Schwert hat.

Oder Melt der Blitzmagier. Ein Versager, ein Adliger, der sein ganzes Geld verprasst hat. Er wirkt Blitzmagie mit verschiedenen langen Zauberstäben, die er wie Goldschläger führt. Wenn Coopa, seine Dienerin, ihm den richtigen reicht und er seine Inkantation spricht um zu-, pardon, abzuschlagen, wirkt das schon cool. Fatina übertrifft das noch – ihre Waffe erinnert mehr an einen Flammenwerfer. Insbesondere zur Ender der Serie läuft sie zur Hochform auf.

Selbst Ahmey, die erfahrene Kämpferin, die Gil begleitet, trägt keinen einfachen Speer. Mit Hilfe eines Mechanismus kann sie die Spitze ihrer Waffe schnell rotieren lassen um mehr Schaden zu verursachen.

Dass unsere Helden mehrere Meter hoch springen können, zuweilen auch Schüssen ausweichen und durchaus in der Lage sind mit einem Drachen zu ringen, versteht sich dabei doch von selbst. Ja. Die Erzählung ist cool.

Das heisst nicht, dass alles glattgeht. Melt schiesst doch öfters Mal daneben und ohne seine Dienerin wäre er total aufgeschmissen. Die Helden lösen die lächerlichsten Fallen aus und sind auch nicht in der Lage jede Aufgabe, die ihnen gestellt wird, zu lösen. Es geht wirklich einiges schief (und es wird sich auch über so einiges lustig gemacht – unter anderem über Gewisse alte Videospiele aus den 80ern …)

Trotzdem: Die Erzählung ist dynamisch, hat viel Fahrt, ist nicht zu tiefgründig. Leichte kost für zwischendurch, die aber auch am Stück genossen werden kann und zu Fesseln weiß – und vor allem das Ende der Geschichte hat es in sich. Nicht umsonst gibt es ja auch einen Nachfolger …

Fazit

Fazit hats schon lang nicht mehr gegeben. Hier gibts eins: Druaga no To – Aegis of Uruk ist leichtherzige Unterhaltung, die mit dynamisch anfängt und immer weiter an fahrt gewinnt. 12 Episoden ohne langeweile, careless fantasy fun, für den klassischen D&D Liebhaber durchaus geeignet. Ich zumindest bin gespannt, wie es weitergeht!

3 Antworten zu “Anime: Druaga no To – Aegis of Uruk

  1. Danke für den Pointer. Obwohl ich mich sehr wundern muss, dass GONZO, die nach eigener Angabe „high quality animation“ produzieren (was ja auch stimmt), sich mit der pixeligen YouTube-Qualität zufrieden geben.

    Die ganze Arbeit umsonst…

  2. Also, die erste Folge beider „Tower of Druaga“-Serien ist ziemlich schlecht, danach wird es glücklicherweise besser.

    Warum verlinkst du eigentlich nur auf Youtube? Bei Crunchyroll gibt es die Serien doch viel übersichtlicher (und in verschiedenen Qualitätsstufen):

    The Tower of DRUAGA – The Aegis of URUK
    http://www.crunchyroll.com/library/The_Tower_of_DRUAGA_-the_Aegis_of_URUK-

    The Tower of DRUAGA – The Sword of URUK
    http://www.crunchyroll.com/library/The_Tower_of_DRUAGA_-the_Sword_of_URUK-

  3. Es gibt natürlich auch bittorrent versionen – der anime wurde AUCH über yuotube veröffentlicht, aber nicht nur.

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