D&D – Rise of the Runelords – Wider der Dramatik


Ich habe ein fantastisches Wochenende hinter mir. Wirklich. Wir haben bei Rise of the Runelords 30 Oger vernichtet und setzen jetzt, danach unsere Abenteuer weiter fort.

Eine Burg voller toter Oger

Wir haben jetzt also eine Burg, die über udn über besudelt ist und voller toter Oger steckt. Es ist eine Heidenarbeit, hier alles wieder herzurichten und ich habe relativ wenig Lust auf sowas. Maara macht gerne Mal etwas kaputt, aber hinterher aufräumen soll gefälligst jemand anders. Insofern interessiert mich auch nicht, was hier so passiert. Am liebsten würde Maara gleich nach Magnimar zurückreisen und nicht den Winter hier verbringen. Cato hat auf jeden Fall seinen Spaß an der Situation.

Aber wenn man sich erst einmal damit abgefunden hat ist es auch nicht so schlecht: Es gibt viel Wildnis und nur kleine Ortschaften in der Gegend. Maara ist Ranger und Scout und sollte sich in einer solchen Umgebung ganz gut zurechtfinden.
Schlecht: Im Gegensatz zu Cato nutze ich die ganze Sache nicht. Natürlich hätte ich mit den anderen Rangern hier reden können, ein wenig Rollenspiel und Konversation betreiben. Insbesondere mit Shalelu (für den Namen kann ich nichts. Sie heisst nunmal im Abenteuer so), die wir ja schon recht lange kennen.
Auf der anderen Seite: Es gibt an der Situation nichts interessantes. Da ist kein Konflikt, keine Spannung. Also eine Vergebene Möglichkeit, aber nichts wichtiges.

Das einzig Interessante an der ganzen Geschichte ist meiner Meinung nach die Befragung der toten Lamia und des Ogerchefs. Leider will beides nicht so recht klappen. Also warten wir und helfen bei der Organisation der Reperaturen und Aufräumarbeiten. Polter geht nach Turtlebackferry um Arbeiter anzuheuern und bleibt erst einmal dort.

Dann kommen die Arbeiter und hier habe ich durchaus auch Mal Spaß. Es stellt sich bald die Frage, wie viele von den Arbeitern mit Sihedron Runen tätowiert sind. Wir wissen, dass die Runen nichts gutes bedeuten, aber in welchem Zusammenhang sie mit den Ereignissen stehen ist uns immer noch nicht wirklich klar. Darum hätten wir ja auch gern den toten Ogerchef und  vor allem die Lamia befragt, damit wir endlich Mal nicht mehr im Dunkeln tappen. Immerhin sind wir fast auf der Hälfte des Abenteuers. Auf jeden Fall können wir die Arbeiter ein wenig einschüchtern.

Dann kommt die Flut

Nach einigen Tagen müssen wir nach Turtlebackferry um einige Details zu klären. Schon auf dem Weg dorthin fällt uns auf, dass der Fluss mehr Wasser führt als er sollte. Es regnet zwar dauerhaft in den letzten Tagen, aber die Situation sollte eigentlich nicht zu einem derartigen Anschwellen des Flusses führen. So riesig dramatisch erscheint uns die Sache aber auch nicht. Dann führt der Fluss halt mehr Wasser als sonst. Es ist aber nicht so, dass er die Ufer richtig überschwemmen würde.

Nicht die Ufer, aber das Dorf wird überschwemmt. Ein aufgeregert Polter kommt uns entgegen. Der Halblingglückskind berichtet uns von der Katastrophe und wir sehen zu, dass wir zur Hilfe kommen.

Und das ist jetzt der Teil vom Abend, der eigentlich den Höhepunkt darstellt. Und es ärgert mich, dass ich mich Ausserstande sehe damit entsprechend umzugehen in diesem Moment. Also, erst einmal vorweg: Ein ganz großes Lob an den Spielleiter, die Abenteuerschreiber, meine Mitspieler, dass es hier zu einer derartig tollen Situation kommt.

Es gibt zwei Bereiche in denen wir helfen müssen: Einmal haben sich ein paar Leute auf eine Schildkrötenfähre „gerettet“ aber diese will sich losreissen und auf den Überschwemmten See hinaustreiben.

In der Stadtmitte haben sich ein paar Leute in die Kirche gerettet. Sie sind vom Rest abgeschnitten und wenn das Wasser weiter steigt sitzen sie dort fest. Wir teilen uns auf: Bones, Cato und Polter in Richtung der Fähre, Maara und Danor zur Dorfmitte.

Und hier geht es dann auch so richtig los: Bevor wir die Dorfmitte erreichen können, werden wir von einer riesigen Wasserschlange angegriffen. Hier setzt bei mir ganz schnell die Frustschiene an – anstatt dass ich in der Lage bin vernünftig zu denken, zu spielen und zu beschreiben, sehe ich nur noch das Unausweichliche. Und das geht so:
Die Wassermassen machen eine vernünftige Bewegung schwierig. Bewegung zählt doppelt, Tumbeln geht nicht (oder nur sehr, sehr schwierig) und überhaupt kann man sich nur vernünftig bewegen, wenn man eine Stärkeprobe oder Geschicklichkeitsprobe gegen 10 schafft. Das ist kein grosses Problem, aber bedeutet, dass ich meine Fähigkeiten zum Skirmishen vergessen kann und ohne die? Tja, ohne die macht Maara einfach nicht sonderlich viel.

Wenigstens entdecken wir die grosse Wasserschlange rechtzeitig und können sie so vorher angreifen, aber nicht stoppen bevor sie uns erreicht. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen von Anfang an Mal gleich „higher ground“ zu suchen. Die Gebäude sind ja keinswegs alle eingerissen. Nunja, wie dem auch sei, weder Danor noch Maara machen das so.
Ein paar Schüsse später hat die Schlange Maara erreicht. Danor kann sie schwächen, aber trotzdem kann sie Maara grappeln. Danor vergrössert Maara, aber trotzdem: Es gibt eigentlich kein entkommen.

Die Schlange zieht Maara unbarmherzig ins Wasser und zwei Runden später wars das für Maaras Trefferpunkte. Glücklicherweise kann man bei uns noch bis -Con modifier agieren. Mit Hilfe von Actionpunkten und Danors Magic Missile schaffen es Maara tatsächlich das Biest zu vertreiben oder sogar zu töten. Ich weiß nur noch, dass ich mindestens einmal einfach so draufgehauen habe.

Ja – und schlecht war daran halt, dass ich nur noch im „Systemmodus“ war. Dabei war die Situation dramatisch, spannend, da hätte man durchaus auch erzählerisch was leisten können.
Hat irgendwer einen Fischkutter zur Hand?
Tja – das reichte mir eigentlich schon. Aber dann kam es noch Dicker. Eine letzte goße Flutwelle spült ein Ungeheuer ins Dorf, dass den Tempel angreift. Wir müssen die Leute irgendwie retten. Gut, dass wir Danor und Cato haben. Ein Feuerball von Danor schafft es, die Spell Resistance des Monsters zu knacken und macht ihm gut schaden. (Ich glaube die SR liegt bei 26, wir sind Stufe 8, das ist also eine ziemliche Leistung. Ohne Actionpunkte wäre das sogar EXTREM schwer gewesen) Das motiviert Cato auch selber mit Scorching Rays anzugreifen. Auch er kommt durch. Die beiden Würfeln auch ihren Schaden extrem gut. Wunderbar.

Für uns Kämpfer mit normalen (oder magischen) Waffen ist das ganze ähnlich schwierig: Der AC des Biests liegt bei 32. Maara kann, wenn sie aus grosser Nähe einen einzelnen Schuss abfeuert, mit einer 19 Treffen. Also 10% Chance. Wenn sie sich vorher vernünftig bewegen kann (das geht glücklicherweise jetzt wieder) kann sie sogar Schaden machen 1d8+2+4d6 skirmish. 20.5 Punkte im Schnitt – leider hat das Biest eine Damage Reduction von 15. Da lohnt es sich eigentlich nicht Actionpunkte auszugeben. Bones muss zwar in den Nahkampf um etwas auszurichten, aber hat deutlich bessere Karten einen lächerlichen Umfang an Schaden zu machen. Mit seinem Feat Big Game Hunter und den richtigen Priesterzaubern kann er zwar Treffen – aber mehr als 15 Punkte Schaden sind ein echtes Problem. Ausserdem hatte Bones leider keine Zauber vorbereitet.

Maara entfernt sich direkt am Anfang von Danor und kann damit zumindest einer Atemattacke entgehen. Sie kommt zwar noch zurück und will Danor zu Boden reissen in der Hoffnung, ihm zu Deckung zu verhelfen, aber leider umsonst: Er wird gepackt, zerdrückt und weggeschmissen – aber überlebt gerade eben so.

Tja – das war dann auch das nützlichste, was ich hier machen konnte.

Aber Danor und Cato schaffes es tatsächlich mit Scorching Ray und eben dem Feuerball dem Biest so viel Schaden zu machen, dass sie es vertreiben.

Dramatisch! Gut konstruiert. Aber ich bin immer noch nicht in der Lage mit solchen Situationen gut genug umzugehen und das ärgert mich. Immerhin kann ich hinterher recht schnell erkennen, dass es gut war. Bei Age of Worms war das noch anders.

Danach…

Die Dörfler helfen uns, dass wir uns aufpäppeln können. Dann machen wir uns auf, die Ursache der Flut anzugehen: Es gibt einen Staudamm in der Nähe. Das klingt doch schon verdächtig danach.

Und wir finden heraus, dass dieser von Ogern zertört wird. Die Oger aufhalten ist kein Problem. Kurz darauf treffen wir noch eine Gruppe Trolle und auch hier: Kein Problem. Zusammen schaffen wir es mit diesen Gefahren fertig zu werden.

Zukunft?

Tja, ich brauche für Maara dringend einen magischen Bogen. Am besten einen mighty +3 Bogen (magisch +1. Insgesamt also +1 auf treffen, +4 auf Schaden. Immer noch wenig gemessen an den +7, die Cato auspackt). Und ich überlege stark, ob es sich lohnt überhaupt auf die Manyshot-Schiene zu setzen mit dem Ziel Greater Manyshot zu erreichen. Klar, ich kann dann endlich, endlich mehrere Pfeile abschiessen die alle, alle, alle die Skirmish-Damage weitertragen. Aber der Abzug auf den Schuss beträgt mindestens -4, für mehr Pfeile sogar deutlich mehr – und eventuell vorhandene Damage Reductions zählen immer noch gegen jeden Pfeil einzeln.

Auf der anderen Seite: Mit eben der Konzentration auf genau EINEN Angriff jede Runde lohnt sich die Geschichte ab einem bestimmten Punkt nicht mehr. Dann muss der Gesamte Schaden in dem einen Angriff untergebracht werden. Magier sollten sowas wohl hinkriegen, aber ich sehe nicht, wie ein Bogenschütze da mithalten können soll.

Ich bin gespannt, ob es sich lohnt dieses Fernkämpferkonzept bis zum Ende zu führen. Es gibt ziemlich viel noch zu lernen über das System. Spannend!

Achso: Die Konsequenz aus meiner obigen Beobachtung fehlt eigentlich noch: Ich schau mich jetzt Mal um, wie ich aus der sowieso erhöhten Beweglichkeit noch mehr machen kann. Wenns nicht Manyshot sein soll, dann … ja dann kann ich mich auch anderweitig orientieren, oder?

Zweifel?

Aber sicher. Eine Menge. Im Moment glaube ich einfach nicht, dass das Konzept eines Bogenschützen wirklich aufgeht im Vergleich mit den anderen Charakteren. Natürlich auf rein mechanischer Ebene. Ich sehe im Moment nicht, wie es funktionieren müsste. Aber es gibt eine Menge Dinge, die ich noch nicht versucht habe und die will ich erst einmal versuchen. Hehe. Eine Herausforderung. Mal schauen, was es wird.

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5 Antworten zu “D&D – Rise of the Runelords – Wider der Dramatik

  1. In meiner letzten Runde war der Kämpfer mit Bogen der Schadensausteiler der Gruppe… Das kann schon aufgehen!

  2. So komplett bezweifele ich das auch nicht. Mein Problem, dass ich zwar inzwischen die Regeln des Spiels verstehe, aber noch lange nicht alle Konsequenzen dieser Regeln komplett begriffen habe.
    Als Kämpfer mit Bogen SChadensausteiler der Gruppe? Was hat euer Magier gemacht? 😉 … Nein, klar kann das gehen. Als Kämpfer hab ich sowas noch nie versucht. Aber mti dem richtigen Bogen, Manyshot und Rapid Shot, hoher Dex UND hoher Stärke kann das schon gehen. Dank voller Attack Progression und vielleicht noch sowas wie Weapon Focus kann man die Abzüge für Rapid Shot / Manyshot ganz gut verkraften.

    Ich habe vor kurzem erst gelernt, warum es eben doch sinnvoll ist, wenn der Rogue Use Magic Device hat, auch wenn es mehrere magiebegabte in der Gruppe gibt.

    Natürlich habe ich mich vorab auch mit dem Thema Bogenschütze beschäftigt. Mit dem Scout sitze ich aber im Gegensatz zum Ranger nicht auf der vollen Attack Progression, so dass Feats wie Manyshot für mich problematisch sind – das ist so, als müsste ich wählen den Gegner zu treffen ODER Schaden zu machen. Das wäre mit einem reinen Ranger-Build einfacher gewesen.
    Es gibt auch noch grosse Unsicherheit meinerseits, wie sich die Sache entwickelt. Ich kann nicht sonderlich gut abschätzen, wie sich die Verhältnisse entwickeln. Das einzige, was ich weiß ist, dass der Wizard eben stetig mehr Wumms auspacken wird. Das habe ich zu genüge gesehen. Was mit unseren Zwergenkampfschweinkleriker wird weiß ich nicht und wie sich ein Duskblade entwickelt weiß ich auch nicht.

    Interessant, dass ich mich von vergleichenden Denkweisen einfach nicht lösen kann. Es geht einfach nicht.

    Worauf ich halt keine Lust habe – das habe ich bei Age of Worms erlebt – ist einen Charakter zu spielen, dessen Optionen im kampf zwar vielseitig sind, aber leider allesamt total irrelevant, weil am Ende der „Argumentationskette“ steht der Schadenswurf. Gut. Ganz so extrem wie bei AoW wird es hier sicher nicht werden. Aber wer weiß?

    Ich probier es auf jeden Fall aus. Nur bin ich halt skeptisch. Mal schauen, was wird. Ich bin gespannt.

  3. Ein Bogenschütze hat gegenüber einen großen Vorteil. Er kann sein gesamtes Geld in den Bogen stecken, da er von Rüstung viel weniger profitiert (da kann er wirklich anziehen, was er so findet). Und das macht sich bei der Verzauberung des Bogens dann schon bemerkbar. Wir hatten einen Ranger / Order of the Bow Initiate, der mächtig ausgeteilt hat.

    Aber hallo.

  4. Das ist eine Interessante Theorie. Die bin ich dabei zu testen.

    Vielleicht muss ich mir ja einfach mal den Order of the Bow Initiate ansehen. Das klingt in der Tat so, als wäre das eine sinnvolle Entwicklungsoption für den Charakter, die auch einige der Probleme löst, die ich kommen sehe.

    Danke für den Tipp 🙂

  5. Pingback: Ein Erfolgreiches Wochenende « TPK - Total Party Kill

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