Zurück – und immer noch im Rausch von 4e


So. Fast ein Jahr kein Blogeintrag (grosszügig gerundet) und fast 2 Jahre D&D 4. Und ich bin immer noch dabei und immer noch begeistert. Was soll ich sagen? Ich habe einfach gefunden, was mich begeistert.

Es waren ja nicht nur die Situationen in D&D 3.5 (und in vielen anderen Rollenspielen), die sehr oft auf einzelne Charaktere zugeschnitten sind (Spotlight-Szenen) dabei aber die anderen Spieler / Charaktere nur mässig einbinden – und das bei einem Spiel, dass man eigentlich doch in der Gruppe spielt.

Es waren nicht nur die Save or Die Situationen, bei denen ein Wurf alles entschieden hat.

Es kommt da so vieles zusammen, dass ich immer noch dabei bin zu verstehen.

Was mich an die vierte Edition von D&D bindet ist eben nicht nur das neue Balancing und der Hintergedanke, dass es viele Spieler sind, die möglichst nicht komplette Szenen lang in den Hintergrund gebannt sein wollen. Es ist nicht nur die Entschärfung von Save or Die (oh ja. Das gibt es immer noch. Aber es ist wirklich entschärft). Es ist sicher nicht die verringerte Tödlichkeit (2 TPKs und noch wesentlich mehr Tode von einzelnen Charakteren habe ich inzwischen erlebt). Aber das Farbenfrohe und die starke Unterschiedlichkeit der Charaktere sind überaus faszinierend. Es ist eben alles bunt und gut identifizierbar. Es ist sehr leicht mit seinem eigenen Charakter ein ikonisch Gefühl zu schaffen. Ein Charakter der leicht wiedererkannt werden kann, weil er eben nicht nur ein weitere Wizard, Fighter oder Kleriker ist.

Ich spiele und leite inzwischen in … aeh … 5 D&D 4 Gruppen. In diesen Gruppen existieren oder existierten 3 Fighter, die sich ob ihrer  Fähigkeiten sehr deutlich unterscheiden. Dass die Persönlichkeiten der Charaktere auch unterschiedlich sind ist ja wohl selbstverständlich, aber ich mag es besonders, wie sich diese Unterschiede auch in den Fähigkeiten der Charaktere zeigen können.

Kurz zum Fighter: Der Fighter ist unser typischer Kämpfer, dessen Aufgabe es vor allem ist, die schwächeren Gruppenmitglieder zu verteidigen indem er Gegner an sich bindet und ihnen die taktischen Optionen nimmt, ihn zu ignorieren und frei zu handeln. Er ist schwer gerüstet und hält viel aus – ein Defender eben. Aber wie gesagt ist Fighter nicht gleich Fighter. Alle folgenden Beispiele stammen aus unterschiedlichen Runden.

Da war zum Beispiel Skeer, ein halborkischer Fighter. Mitten in die Gegnerhorde reinstürmend, hat er schon fast etwas barbarenhaftes. Für einen Fighter war Skeer recht gut darin Schaden unter den Gegner zu verteilen, aber oft auf Kosten seiner eigenen Verteidigung. Unzählige Male lag er am Ende der Kämpfe blutend am Boden und unzählige Male haben wir ihn doch wieder aufgerichtet.

Dann ist da Alec ein menschlicher Kämpfer, mit Schwert und Schild. Er ist schon deutlich bedachter als unser Skeer und kommt einem haltbarer vor, wobei es immer noch verdammt wehtut, ihn einfach zu ignorieren. Mit dem Schild schubst er die Gegner in die richtige Position und wenn es hart auf hart kommt, zieht er noch die Aufmerksamkeit der Gegner in der Nähe auf sich (und tut ihnen weh) und lässt seine Waffe gefährlich kreisen (was noch mehr wehtut) ohne selbst dauernd in Stücke gehackt zu werden. Alec ist sicher der vernünftigste der drei hier vorgestellten Kämpfer.

Und last but not least Kyra von Zarovich, eine Mensch/Dhampir Kämpferin, aus der hübschen Grafschaft Barovia. Als Halbvampirin kämpft sie mit Schwert und dornenbesetzten Handschuhen, nur um ihm richtigen Moment einen Gegner zu packen und zu beissen um ihre eigene Lebensenergie zu stärken. Darum auch der Kampfhandschuh, damit im Zweifel die zweite Hand noch frei ist zum greifen – und aus ihrem Griff entkommen ist alles andere als einfach. Kyra kann ein unglaubliches Standvermögen an den Tag legen (viele Powers mit denen sie selber Healing Surges ausgeben kann … also sich selbst wieder erstarken lassen kann), konzentriert sich aber wesentlich stärker auf eigene Gegner. Sie ist zwar eigentlich Adelig (in ihrem Hintergrund ist sie die „Tochter“ von Strahd, ein nekromantisches Experiment), aber hat ihrem Vater seinerzeit vor allem gedient „problematische Elemente“ zur Vernunft zu bringen. Daher hat sie eine Vergangenheit als „Criminial“ und nicht als „Noble“ und hat auch nicht Diplomacy, sondern Streetwise trainiert – was ihr wiederum die Möglichkeit gibt, sich innerhalb von Menschenmassen sich besser zu bewegen. Sie kämpft relativ mobil und kann im Zweifel auch schon Mal schnell durch die Felder von Gegnern hindurch ihre Position dahin wechseln, wo sie gebraucht wird.

3 Fighter, riesige Unterschiede. Das ist in D&D 3.5 wesentlich weniger klar. Zwar sind auch hier Feats vorhanden um die Fähigkeiten von Kämpfern zu differenzieren, aber die Unterschiede fallen deutlich weniger klar und wiedererkennbar aus. Es ist einfach weniger ikonisch. (Dafür zuweilen Bodenständiger, das will ich gar nicht bestreiten. Alles hat eben seine Vorzüge. Ich spiele eben nicht für Bodenständigkeit.)

5 Antworten zu “Zurück – und immer noch im Rausch von 4e

  1. Und jetzt kommt Essentials und die Unterschiede werden noch deutlicher. Nicht nur zu anderen Kämpfern, sondern auch zu anderen Klassen. Das wird sicher gut🙂

    • Ich weiß noch nicht, ob ich mit den Essentials glücklich bin. Die Essentials bringen starke Designabweichungen in die Klassenentwicklung von 4e. Zum Beispiel verzichten Knight und Thief scheinbar auf Daily Powers und ich weiß nicht, inwiefern man da von „kompatibilität“ sprechen kann. Den Essentials, den Abweichungen die sie mitbringen und den Gefahren (und Chancen) die darin liegen können, werde ich aber noch einen eigenen Artikel widmen.

      • Wir sollten eine Artikelpartnerschaft aufmachen. Oder uns darüber streiten wer hier wem die Ideen klaut *g* Ich bin sehr gespannt ,was Du schreiben wirst und ich hoffe, Du schaust auch mal bei uns rein, was ich darüber schreibe. Ich persönlich bin super gespannt auf Essentials, weil es die Unterschiede zwischen den Klassen greibarer macht. Das Spiel könnte wieder bunter werden. Der Knight soll wohl keine Dailies kriegen, beim Thief habe ich davon nichts gehört. Aber der Knight wird ein System ähnlich der psionischen Power Points kriegen um seine Encounters und At-Wills zu Dailies zu boosten. Das ist zwar etwas anders, hat aber nen ähnlichen Effekt.

  2. Willkommen zurück!🙂

    Kannst angeben mit was für Regelwerken die drei Fighter erstellt wurden? Klingt ja nicht nach reinen Core-Fightern.

    • Grundregelwerk, Martial Power, Martial Power 2 und ein Dragon.

      So ganz genau fällt mir das schwer zu sagen, weil die Charaktere im Endeffekt alle mit dem Character Builder erstellt werden. Dann spielen die einzelnen Bücher kaum noch eine Rolle, weil man auf alles Zugriff hat. (In den Runden ist auch alles erlaubt)

      Ich glaube Skeer hat Elemente des Battlerager Fighters benutzt, das wäre Martial Power.
      Unser Sword and Board Kämpfer Alec benutzt grösstenteils PHB Sachen.
      Meine erste Vision von Kyra war ebenfalls aus dem PHB mit etwas Martial Power, und eben den Vampiric Heritage Feats aus dem Dragon (die waren IIRC auch im letztjährigen Dragon Annual), inzwischen benutzt sie Elemente aus dem Martial Power II.

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