DDI und Essentials – ein Kommentar


Eben las ich folgenden Blogpost bei Hoch ist gut:

D&D4 Essentials Kriege

Der Blogpost dreht sich um die kommenden Essentials, für D&D 4 aber auch um die Bedeutung des D&D Insiders für das Rollenspiel D&D und das Hobby insgesamt. Hier ein paar Zitate aus dem Artikel, den ganzen Artikel, komplett und ohne die Gefahr der Verfälschung gibt es ja beim obigen Link.

Zitate und meine Meinung

Über 10 Produkte hinweg werden die Anfänger häppchenweise zu Zitat „Pros“ trainiert. Die Annahme der Designer ist, wenn sie das Spiel vereinfachen, würde es zugänglicher sein. Nun, D&D4 hat Potential zur Verschlankung, ohne Frage, ist aber im Grunde leicht zu verstehen. Wer sich den Inhalt der Box anschaut, sieht jedoch, daß es eher darum geht Inhalt zu streichen (bzw. Auf viele Produkte zu verteilen). Ein Anfänger sei also weniger überfordert wenn er nur noch 4 Klassen zu Auswahl hat anstatt 8+.

Das ist so nicht richtig. Die neuen Klassen sind deutlich einfacher aufgebaut und das ist es ja, was die Essentials Klassen für Einsteiger interessanter macht. In einer Klasse selbst müssen weniger Entscheidungen getroffen werden. Der eine Knight (eine der neuen Klassen) ist deutlich mehr wie der andere Knight, weil er eben weniger Wahlmöglichkeiten hat. Das ist unkompliziert – nicht dass es in einem Essentialsbuch nur noch 4 Klassen gibt anstatt 8. Ausserdem muss man beachten, dass es einen neuen, sehr niedrigen Preispunkt für die Produkte geben soll. Weniger Inhalt zu niedrigem Preis mit einfachen Optionen. Ich glaube schon, dass das sehr Einsteigerfreundlich ist.

Doch die Essentials sind mehr als Funken zu verstehen, der das Pulverfaß der unterschiedlichen D&D4 Lager zu zerreißen droht. Denn für diejenigen, die bereits D&D4 spielen, wird es immer schwerer „up to date“ zu bleiben.
[…]
Währendessen zerpfücken sich die Spieler gegenseitig darüber, ob die Essentials nun eine neue Edition sind oder nicht.

Das ist, glaube ich, nicht das Problem. Regelupdates bekommen wir alle paar Monate, via DDI sogar direkt und unkompliziert. Das Problem mit dem Streit um die Essentials ist zwei Dingen geschuldet: Derjenige, der D&D 4 seit Anfang an spielt sieht nicht, wie sich die neuen Klassendesigns in das bestehende Gerüst einfügen. Damit befürchtet er eine eigene Subwelt – eben D&D 4.5. Irgendwie kompatibel, irgendwie auch wieder nicht. Auf der anderen Seite leiden die Essentials für bestehende Spieler unter dem Marketing, siehe meinen Kommentar weiter unten.

Dann bewegt sich der Blogeintrag zu Errata und der Entwicklung eines System innerhalb einer Edition oder über Editionen hinweg.

Errata sind eine gute Sache, Fehler müssen ausgebügelt werden. Auch wenn mir ein von vornherein stringentes, durchdachtes, funktonierendes Regelsystem lieber wäre, darf man einem RPG Designer offenbar so viel Kompetenz nicht mehr abverlangen.

Nicht mehr abverlangen? Wenn ich in die Systeme der letzten 20 oder 30 Jahre schaue sehe ich eigentlich immer gravierende Probleme. Oft sind es schon recht offensichtliche Probleme mit den mathematischen Grundlagen eines Systems. Dann kommen auch mangelnde Spieltests dazu. Ich würde sagen, dass D&D 4 bisher das am besten durchdachte und getestete System ist. Das soll nicht heißen, dass es ohne Fehler ist. Zumindest aber leiden meine Gruppen bisher nicht darunter, dass es viele Situationen gibt, die nur für einen Spezialcharakter gemacht sind und ich als Spielleiter muss mir wenige Gedanken darüber machen, wie alle an möglichst jeder Situation teilhaben können. Das System nimmt mir diese Arbeit ab und das ist eine sehr starke Leistung. Ich glaube nicht, dass es früher jemals ein System gab, was diese Aufgaben so gut erfüllt hat – also konnte man es Systemdesignern noch nie abverlangen.

Editiert:Dank eines Kommentars sehe ich, dass ich den obigen Absatz falsch verstanden habe 🙂

Es geht vielmehr um die zwanghafte, sinnfreie Veränderung der Veränderung wegen, um Spieler dazu zu bewegen, immer am Ball zu bleiben.

Diese Aussage ist ja nun besonders paradox. Wer die neuren Erratas der Wizards gelesen hat weiß, dass nicht nur die Veränderung einer Regel selbst genannt wird, sondern auch der Grund, warum eine Regel verändert wird. In diesem Zusammenhang von Sinnfreiheit zu sprechen ist einfach falsch.

Ein solides, konstantes Regelsystem kann dabei helfen die Runde zusammen zu halten. Nur, wenn sich dieses alle paar Wochen ändert, wird es selber zum Unsicherheitsfaktor.

Updates (im Sinne von Errata) erfolgen übrigens alle paar Monate, nicht alle paar Wochen. Alle paar Wchen gibt es neues Material. Beides zeigt meiner Meinung nach, dass das System lebt und nicht etwa stagniert. Die Errata in unseren Gruppen einzubringen (ich habe immerhin 5 davon mit nur Teilweise Überschneidungen der Spieler) war bisher nie ein Problem. Immerhin hat man ja für Veränderung meistens auch eine Begründung an der Hand.

D&D läuft seinen eigenen Spielern davon.
[…]
Ohne D&D Insider Account artet es nun regelrecht in Arbeit aus auf dem neuesten Stand zu bleiben und ich unterstelle darin Absicht. Und spätestens hier verliert sich das Argument der Einsteigerfreundlichkeit im Versuch Abhängigkeit beim Kunden zu erzeugen.

Echt? War das bei D&D 3.5 einfacher – also ohne DDI Account? Ich finde nicht wirklich. Siehe auch dazu meinen Kommentar weiter unten. Generell ist jedes System mit einer Fülle an Regelmaterial schwer zu handhaben. Softwareunterstützung macht es meiner Meinung nach einfacher anstatt es schwieriger zu machen. Zumindest war es für mich noch nie so einfach wie jetzt.

Mein D&D4 verhält sich nun so wie mein PC, es ist veraltet, bevor ich es nach Hause gebracht habe […]

Weil alle paar Monate Updates erfolgen. Übrigens kann man die Errata auf der Wizards Seite wunderbar sortiert vorfinden. Bei älteren Editionen war es oft so, dass neurere Bücher die älteren in den Schatten stellten, bei 4e leben Updates über alle Bücher bisher. Früher konnte es durchaus sein, dass neuere Erweiterungen ältere regelrecht uninteressant machten – aber das ist im Tabletop Wargame Bereich sicher ein grösseres Problem als im Rollenspiel.

Kommentar

tja, eure Meinung muss ich ja nicht teilen, oder?

Ich finde den DDI und die Veränderungen, Erweiterungen und Updates die man darüber kinderleicht erhalten kann gut. Ich mag es, dass ich endlich Mal ein RPG System erlebe, was ganz offensichtlich und transparent aktiv instand gehalten wird, anstatt die ewig gleichen Probleme immer weiter mit sich herumzuschleppen (man muss sich nur Mal Midgard heute ansehen, dann sieht man sicher, was ich meine).
Früher gab es zwar schon Mal Errata, aber ich hatte nie das Gefühl, dass offensichtliche Probleme an einem System wirklich behoben wurden. Das wäre auch nicht praktikabel, da die Menge an Papiererrata und deren Einarbeitung überaus kompliziert wäre. Die Konsequenz ist dann eher, dass man ein Problem eher unangetastet lässt.

In D&D 3.5 hatten wir keinen Insider. Habt ihr Mal einen Charakter gebaut, wenn der Spielleiter nicht gesagt hat: Es sind nur das Grundregelbuch + Quellenbuch x+y zugelassen? Das war kein Aufwand? Ich fand es wesentlich komplizierter hier einen Charakter aufzustellen. Ich fand es auch wesentlich komplizierter die Charaktere zu spielen (zumindest, wenn sichergestellt sein sollte, dass sie von Anfang bis Ende mit den anderen Charakteren in der Gruppe mithalten sollen. Einen Krieger einfach Level 1-20 hochzuspielen ist leicht. Aber wahrscheinlich will man so langsam ab Level 12 gar nicht mehr so viel machen, weil es da ja den Magier gibt, der im Zweifel die Probleme lösen kann. Meine eigene Leidvolle Erfahrung). Wenn man einen Magier von Level 1-20 hochspielt ist das lange nicht so leicht.

Wenn man aber bei D&D 3.5 alle Quellen die offiziell verfügbar sind nutzen will, dann wird daraus eine wesentlich höhere Wissenschaft, als das bei D&D 4 mit und ohne DDI ist. Aber in der Tat wird es MIT dem DDI richtig einfach, alles auf dem aktuellen Stand zu halten. Man halt als Spielleiter immer die Möglichkeit Regeln schnell nachzuschlagen, als Spieler wird man mit den neuesten Klassen und Features versorgt, ohne Massenhaft Geld ausgeben zu müssen. Bei der Vorbereitung der Abenteuer hilft der DDI denn auch enorm wenn man nicht nur auf Papiernotizen setzt (unsere Kämpfe und bei mir auch sonstige Encounter und Szenen laufen alle mit Netbook-Unterstützung). All das könnte ich mit D&D 3.5 überhaupt nicht, ohne massiv Vorarbeit in die Entwicklung von nötiger Software zu stecken. (auch bei anderen Systemen als bei D&D).

Noch dazu ist es nicht sonderlich teuer, da ja ein DDI ohne probleme von mehreren genutzt werden kann. Die Adventure Tools und der Character Builder unterstützen ja explizit das Einspielen von Updates auf verschiedenen Rechnern. So kann man durchaus mit einem Account eine Runde versorgen.

Das Wettern gegen den DDI kann ich also nicht verstehen. Für mich bedeutet er in jedem Bereich eine Verbesserung.

Und was die Essentials angeht? Da bin ich auch nicht zufrieden – und das sind die Wizards nun wirklich selber schuld. Bisher war es so, dass wenn neue Erweiterungen zum System anstanden, den Spielern via DDI eine Kostprobe der Neuerungen gegeben wurde, die man komplett antesten konnte. Man hatte genug Informationen um zum Beispiel einen Great Weapon Fighter nach Martial Power zu testen und konnte auch direkt sehen, wie er mit den anderen Klassen harmoniert.

Bei den Essentials hat es zwar auch vorabinformationen gegeben, aber eben keine komplett spielbaren. Wichtige Informationen fehlten dieses Mal zu neuen Builds und was man gesehen hat weicht in der Struktur von dem ab, was man kennt. Irgendwie verstehe ich, dass die Spieler sich aufregen. Und ich verstehe nicht, warum die Wizards es dieses Mal so machen. Warum gibt es einfach keinen Beweis, dass das neue mit dem alten harmoniert, was befürchtet man?

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6 Antworten zu “DDI und Essentials – ein Kommentar

  1. ich kann dir ein paar der Zitate erläutern, um die Mißverständnisse aus der Welt zu räumen, weil ich sie sicher unklar geäussert hatte:

    Zitat1: zum Entschlacken:
    Es ist richtig, daß die Regeln vereinfacht sind. Das möchte ich nicht bestritten haben. Es ist aber auch richtig, daß die Inhalte für den Spielanfänger gekürzt sind. Das lässt sich nicht leugnen, ich bin auf die Vereinfachung lediglich nicht konkret eingegangen. Beide Aussagen für sich sind ja richtig „Vereinfachung: Ja, Entschlackung: Ja“.

    Zitat2: Zum Funken:
    Das bezog sich gar nicht mal ausschliesslich auf die Essentials, sondern auf den konstanten Werdegang des Änderns. Das die Änderungen den Spielern zukommen, ist nur bei bestimmten Bedingungen gegeben, nämlich wenn man den DDI hat (die Kundenbindung hatte ich ja im Post auch erwähnt). Mir kommen sie aber z.b. nicht zu und es klebt sie auch niemand für mich in meine Bücher.

    Zitat3: Abverlangen:
    hehe, das ist ein kapitulierendes „nicht mehr“ gewesen 😉
    Also nach dem Motto: geben wir es einfach auf.
    Das D&D4 vom Startdesign weit oben in der Rangliste steht, bestreite ich nicht. Mehr noch, daß ist ja sogar ein Argument WIDER den Änderungen. Also „noch nie“, „nicht mehr“, das ist Haarspalterei bzw. frage der Intonation.

    Anderes:
    zur Paradoxie:
    Paradox finde ich, daß du erst sagst, du hättest nie gravierende Probleme mit D&D4 gehabt aber es gäbe gute Gründe für die Änderungen.
    zur Lebendigkeit des System:
    Ein System lebt für mich, wenn Material dazu kommt (das ist bei D&D4 der Fall), nicht, in dem das Regelsystem nicht zur Ruhe kommt.
    zu D&D3.5:
    Wozu dient immer der Vergleich mit 3.5? 3.5 ist mies. Und tot noch dazu. Die 3.5 Fanboys musst du woanders suchen.
    zur Erreichbarkeit der Updates:
    Sortiert hin oder her. Was ich da nur sehe, sind ca.20 Dateien (+mindestens 3 Corebooks), die ich durchwühlen muss, wenn ich eine Regel nachschauen muss. Die Änderungen in mein Buch zu übertragen, so daß ich sie an EINEM Ort (in der Realwelt) zur Verfügung habe, dafür fehlt mir die Zeit und die Lust. Das ist für mich keine Freizeitaktivität.

  2. Ahsooo!

    Zitat 1:
    Okay, einige Dinge verstehe ich jetzt besser. Aber ich erstehe jetzt immer noch nicht das Problem mit den Essentials – also nicht DIESES Problem.

    Zitat 2:
    Verstehe ich immer noch nicht richtig. Ich muss die Errata und die Form ihrer Verteilung immer mit allen anderen Systemen vergleichen und ich sehe nirgendwo überhaupt den Versuch die Fehler, die in den Regeln eines Regellastigen Systems liegen zu heben.
    Aber ich arbeite halt auch mit dem DDI und empfinde genau das als starke Komfortfunktion. Das kann man als Problem sehen, ich sehe es als Lösung.

    Zitat 3: okay, das habe ich tatsächlich falsch verstanden 🙂 Ich dachte du impliziertest: Früher sei es besser gewesen.

    Paradox finde ich garnichts, aber ich muss wohl präzisieren: D&D 4 hatte von anfang an Schwächen (Einfach bei den Wizards das CharOp Forum durchsuchen) – die müssen zweifelsfrei behoben werden. Was ich aber immer, von Anfang an gut fand war die Struktur und Organisation von Regeln und Informationen bei 4e. So geht das bei mir zusammen. ICh empfinde die Errata auch nicht als so Weltumwerfend, wie sie anscheinend viele Leute darstellen. Bei eminem meiner Charakter musste ich eine power retrainen, weil sie im Zuge der Errata irrelevant oder zu ineffektiv wurde und bei einem anderen muss ich in kürze ein Feat ändern. Aber im Prinzip funktioniert noch alles so, wie ich es gelernt habe. Ich verstehe die Aufregung um die Errata nicht.
    Immerhin gibt es Errata. Ohne den DDI und ohne Errata hätten wir ein System wie D&D 3.5, dass zwar erweitert wird, aber dessen Erweiterungen Lücken aufzeigen, von denen man vielleicht im Grundbuch gar nichts wusste. Mit Errata werden die Lücken behoben, aber man muss die „Patches“ selber nachziehen.

    Der Vergleich mit D&D 3.5 kommt daher, dass es das einzige System ist, dass eine ähnliche Regelfülle wie D&D 4 besitzt und ich es kenne. Ich hätte auch Pathfinder heranziehen können, da ja explizit die D&D 3.5 Erweiterungen hiermit funktionieren sollen. Ich suche auch keine D&D 3.5 Fanboys (aber dank Pathfinder ist es leider lange nicht so tot, wie es IMO sein sollte) – ich habe eigentlich alle Schwächen von D&D 3.5 kennengelernt und habe gesehen, dass ich an diesen nie etwas getan hat. IMO wird das ganze besonders offensichtlich wenn man sich bei D&D 3.5 Produkte aus dessen „Endzeit“ ansieht. Das Book of Exalted Deeds und Book of Vile Darkness beherbergten so einige … sagen wir Mal „interessante“ Regelerweiterungen, die alles was bisher da war in den Schatten stellte.

  3. Ich möchte nicht alles aus meinem Post wiederholen aber im Prinzip kannst du es daraus entnehmen.

    trotzdem:
    Ich sagte ja ganz klar, daß ich Errata gut finde. Errata, die echte Fehler beheben. Errata sind von Natur aus unkomfortabel, weil sie eben niemand in meine Bücher drucken kann. Da kann man WotC nichts vorwerfen (was ich auch nicht gemacht habe), irgendwie müssen sie die Errata ja zur Verfügung stellen (dann eben als PDF). Keine Errata zu bekommen wäre auch doof.
    Es ist wohl so verwirrend, weil die Updates für mich nicht ausschliesslich Errata sind.

    Zu den Essentials: Ironischerweise habe ich aber ja (direkt und ganz konkret!!) zum Abschluss gesagt: Leute, holt euch das Compendium (Essentialsstand) um des guten Willens wegen aber macht dann nicht mehr jeden Scheiss mit. AUSSER den Errata natürlich (aber eben auch nur, wenn sie als Errata verwendet werden und nicht als 2monatliches rumfrickeln).

    Ich habe mich ja FÜR den Stand der Essentials ausgesprochen, eben WEIL sie ein Prindprodukt rausbringen, anstatt fitzelkleiner pdf Dateien zum Ausdrucken und selber Ausschneiden.

    Aber viel öfter würde ich das nicht mitmachen wollen. Dann will ich lieber direkt ein D&D 4.5 (auch das habe ich geschrieben). Die Errata sollen sie auch weiterhin, als Dateien, zur Verfügung stellen.

    und 3.5. , naja, ich habe nie gesagt, daß es damals einfacher war, von daher tut das Ding eben nichts zur Sache.

  4. Es wäre nett, würde der Begriff Errata im Zusammenhang mit der 4E weniger inflationär und vor allem korrekt benutzt. Die Wizards nennen es ja selbst „D&D Updates“ und das passt besser.

    Der Vergleich 3.5 und 4E ist unpassend. Es handelt sich um unterschiedliche Spiele. Beide sind gut, haben aber jeweils andere Designansätze und Zielrichtungen. Die Essentials sind eine tatsächliche Weiterentwicklung der 4E und dessen Konzept der Vermarktung. Dabei werden genau so viele kleine Schritte gegangen, wie es bei PC-Spielen der Fall war und ist.

    Dort gibt der Benutzer bereits seine Rechte und die Kontrolle über das teuer gekaufte Produkt ab. Er unterwirft sich den jeweiligen Firmen, bekommt ein fehlerhaftes Produkt und zahlt mit Geld und Daten dafür, dass es ihm eigentlich nichts gehört, denn eine Weitergabe ist unmöglich oder mit Problemen versehen. Und die meisten Leute halten das für eine Innovation und sehen nicht, das sie ihre Grundrechte mit den Füßen treten und das freiwillig aufgeben, wofür Generationen zuvor stritten und Opfer brachten.

    Genau diese Entwicklung macht gerade D&D mit. Das ist leider auch verdammt clever, denn so garantieren die Wizards das Überleben ihres Spiels. Ich denke durch die Zugehörigkeit zu Hasbro wurde der globale Blick geschärft und entsprechende Strategien entwickelt. Der Mainstream wird mit D&D weiterhin gut bedient sein und nicht merken, was er verliert. Alle anderen vegetieren weiterhin in ihren Nischen dahin, die immer kleiner und dunkler werden. Wie bei den PC-Games wird es ab und zu mal kurzzeitig einen strahlenden und bejubelten Funken geben, aber das war es auch schon.

    Das was die Wizards wirklich gut können, ist in die Zukunft zu schauen und die Realitäten des Marktes zu erkennen. Darauf optimieren sie ihr Spiel. Mit der 4E haben sie viele Spieler „verloren“, aber ich glaube das ist nur Ballast, der die Zukunft von D&D gebremst hätte. Und die Essentials sind halt der nächste logische Schritt …

  5. Sehr gut beobachtet. Dem würde ich mich anschliessen.

    Taysal „Es wäre nett, würde der Begriff Errata im Zusammenhang mit der 4E weniger inflationär und vor allem korrekt benutzt. Die Wizards nennen es ja selbst „D&D Updates“ und das passt besser.“

    danke, darauf wollte ich hinaus. Denn jedesmal, wenn nach richtigen Errata verlangt wird, wird mit den Updates argumentiert, wobei ich dann antworte, daß ich aber richtige Fehlerkorrekturen meine.

  6. Aber mir müsste Mal jemand zerpflücken, was denn jetzt an der Strategie der Wizards so negativ ist und vor allem, wie es besser laufen könnte.

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