düstere Settings, Nachtrag


Ich glaube eine Sache habe ich vergessen zu erwähnen, was die düsteren Settings angeht: Als ich mit einigen Spielern vor einiger Zeit darüber gesprochen habe, ob es nun ein komplettes Ravenloft Setting für D&D 4 geben wird oder nicht (da war noch nicht klar, dass es ein eigenes Rollenspiel geben würde). Das stärkste Argument dagegen war immer: „Das Setting ist doch viel zu klein“ – und damit war natürlich der Umfang der Welt gemeint, aber es waren vor allem auch die limitierenden Elemente des Settings gemeint.

Düstere Settings wie Dark Sun, Midnight oder auch Ravenloft drehen nun Mal jede Geschichte in eine bestimmte Richtung, fügen ihr eine bestimmte Stimmung hinzu. Diese Settings lassen den Variantenreichtum missen, den eine Welt wie Eberron oder  die Forgotten Realms bieten.

Für mich ist genau das auch ein Punkt, der diese Settings eher uninteressant für mich macht. Ein Abenteuer, oder auch zwei oder drei kann ich mir schon unter so einem Vorzeichen vorstellen, aber irgendwann wird es langweilig. Dann würde ich gerne aus diesen Limitation ausbrechen. Oh, Wüste und Überleben in einer Welt, die uns feindlich ist. Hatten wir das nicht letztes Jahr schon?

Klar kann ich sicher als Spielleiter auch Mittel und Wege finden auf Dark Sun aus der Beschränktheit der Themen (die Aussage ist Neutral gemeint, nicht beleidigend) auszubrechen, aber auf Eberron ist es doch irgendwie einfacher: Ja dann verlassen wir eben die Demon Wastes.

Ich mag halt Vielfalt.

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4 Antworten zu “düstere Settings, Nachtrag

  1. Ja, Ravenloft hat sich da wirklich in eine schlechte Richtung entwickelt. In den ursprünglichen Abenteuern ging es noch darum, die Domänen zu retten, indem man ihre jeweiligen Fürsten vernichtet. In den neueren Versionen wurde es dann nach und nach unmöglich, irgendwas zum Guten zu verändern. Andererseits passte diese Entwicklung in die Zeit, in der sie geschah.

    Dafür ist Ravenloft eigentlich aber unglaublich groß – es gibt diverse Domänen mit unterschiedlichsten Kulturen und unterschiedlichster Technik. Dank der Nebel sind sie auch allesamt vergleichsweise leicht zu erreichen. Von daher denke ich schon, dass man auf Ravenloft wunderbare Kampagnen spielen kann, wenn man die erzwungene Hoffnungslosigkeit etwas herunterstellt. Vor allem spricht auch in Ravenloft nichts gegen uralte Ruinen und vergessene Höhlensysteme, schließlich sind die Domänen allesamt aus anderen Welten entnommen und haben deren Bestandteile mitgebracht.

  2. Ja, Ravenloft ist cool… wenn die Helden denn auch wirklich gewinnen können. Das bedeutet ja nicht, dass sie es am Ende auch müssen – aber es sollte eine reelee Möglichkeit bestanden haben. Dann macht Ravenloft Spaß, auch wenns schief geht.
    Und die 2nd Ed Bücher bieten zahllose Hintergründe und Ideen…

    • Oh, Ravenloft…. Ich gehöre zu den Leuten, die sich freuen, dass Ravenloft ein eigenes Setting wird. Habe lange und ausgiebig mit Freunden (s.o.) diskutiert, ob es in der 4e überhaupt dazu kommen wird. Nachdem frühere Dragons eher in die Richtung „Lustige kleine Domains irgendwo halb im Shadowfell“, wo man halt mal ein Wochenende/Abenteuer verbringt und es dann „normal“ weitergeht, gerückt sind, hatte ich die Hoffnung bereits aufgegeben.

      Was Variantenreichtum angeht, braucht sich Ravenloft der 2e/3e wirklich nicht hinter den etablierten Settings zu verstecken.
      Während man in Forgotten Realms einfach planlos „alles“ (bitte nicht als Beleidung auffassen) bekommt (ob epische Fantasy, Wüstengegenden, Asien, Afrika, europäisches Mittelalter, Piraten etc. etc.), hat sich Ravenloft trotz Domains vom finstersten Transylvanien bis hin zum viktorianischen Jack the Ripper immer auf ein paar Themen spezialisiert, die meiner Ansicht nach für interessante Kampagnen sorgen können:

      a) Es ist eben NICHT einfach, aus Ravenloft so einfach abzuhauen. Trotzdem muss nicht jedes Abenteuer im gleichen Reich spielen.

      b) Die Betonung von Gothic Horror gibt einer Kampagne auch mal eine andere Richtung als Monster erschlagen, Schätze einsacken und auf den Händen der dankbaren Weltbevölkerung getragen zu werden.
      In Ravenloft tragen Spieler eher moralische Siege davon und ziehen weiter. Viele Spieler mag dies frustrieren, da stimme ich Euch zu. Aber Ravenloft ist nunmal vor allem ein Gefängnis für die Dark Lords.
      Sollte also ein DL wirklich vernichtet werden, wird entweder ein neuer an seine Stelle treten oder das Land in den Nebeln versinken oder von einem anderen Reich assimiliert werden.
      Ravenloft ist nicht dazu ausersehen, dass man dort den Status Quo bricht (was ja auch Teil der interessanten Dark Sun Diskussion war). Außer vielleicht im Epic Tier, wo ein cleverer GM das Ende von Ravenloft einläuten könnte, wenn die Spieler an die Dark Powers selbst rankommen könnten.

      c) Die Dark Powers, die böses an Ravenloft binden. Wer sind sie? Was beabsichtigen sie genau? Da gab es in den 3e-Büchern übrigens viele interessante Ansätze und Antworten für.

      Was mich nur an den 4e-Settings stark stört, ist die ewig gleiche Weltendesignphilosophie:

      1. ) Untersuche die 2e-/3e-Version, was es dort an festen „Regeln“ für die Welt gab.
      2.) Stelle ein, zwei Eigenarten der Welt raus (Eberron: ‚Fantasy Noir‘, magischer Steampunk * Dark Sun: trostloses Wüstenszenario, fiese Sorcerer Kings, brutale Welt * Forgotten Realms: Magischer Atomschlag, der das Setting vor der 4e tötete).
      3.) Erwähne, was die Welt für Einschränkungen hat: Hier gibts keine a) Gnome b) divine powers etc.
      4.) Stoße alles um und gib den Spielern/GMs doch die Möglichkeit, alles irgendwie zu erklären und retconne alle Rassen irgendwie in das Setting rein.
      5.) Einheitsbrei.

      Ich hoffe, dass Ravenloft einzigartig bleiben wird, und dass es als Setting eine Bestandsberechtigung haben wird. Gemessen an den bisherigen Kampagnenbüchern habe ich vor diesem Punkt allerdings am meisten Angst.

  3. Das mit dem Einheitsbrei finde ich garnicht. Ich finde obwohl Eberron auf einmal Eladrin hat, ist es trotzdem unverkennbar Eberron. Ich empfinde Welten, die mir als Spieler vorschreiben wollen, was ich spielen soll eher als hinderlich. Ich meine ich gehe doch in eine Rollenspielrunde um Spaß zu haben. Warum soll ich dann nicht den Charakter spielen, der Spaß macht? (Das hat natürlich grenzen, aber ich setze bei der Aussage Common Sense voraus).

    Wenn also mir ein Spielleiter sagt: AUf meinem Dark Sun bitte keine Divine Charaktere (passt ja zur Welt auch wenns diese HARTE Beschränkungen AFAIK in DS 4e nicht gibt), dann würde ich wohl nicht mitspielen können, wenn mir jetzt eben nach so einem Charakter ist.

    Das ist sicher auch Mal einen eigenen Blogpost wert: Ich hab schon des öfteren gesehen, dass manche Spielleiter Aussagen machen wie „Ich will solche und solche Charaktere nicht sehen“ – auch gegenüber Spielern von denen sie wissen, was diese normalerweise spielen und mit denen sie normalerweise zusammenspielen. „Das ist mir zu sehr Freakshow“ oder „der ist mir zu exotisch“. Bitte, okay. Aber wenn dann am Ende bei dem Spieler der rechte Spaß fehlt: nicht wundern. Immerhin ist man grade einen eher dicken Kompromiss eingegangen. Wenn man Rollenspielt, tut man das doch eben auch, weil man der sein kann, der man sein will. Der sein, der man sein muss, da habe ich schon jeden Tag auf der Arbeit.

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