Marvel Heroic Roleplay: Der Kampf gegen einen T-Rex – Einfach und dynamisch!


Über die wunderbare Herausforderung, das Marvel Heroic System Cortex+ zu meistern und seine Möglichkeiten in der Theorie zu nutzen, habe ich ja letzte Woche schon geschrieben. Anschaulicher wird das Thema aber durch die Rollenspiel-Session, die es dann an diesem Abend gab.

Achtung: Der Nachfolgende Artikel betrachtet vor allem die Einflüsse des Systems und die Art und Weise, wie verschiedene Dinge abgebildet werden, ohne dass es eine fest statische Regel gibt. Dadurch entsteht vielleicht im Artikel der Eindruck, dass man nur über die Fachbegriffe des Systems diskutiert und sich überlegt, wie etwas systematisch abgebildet wird. Das ist nicht so! Es ist alles total einfach! Am Spieltisch liegt die Konzentration auf der Erzählung und dem was man tut, nicht dem „wie bildet es das System ab“. Das, so weiß man nach einem Abend MHR, ist nämlich immer gleich.

Die Charaktere – Colosssus, Captain America und Beast – sind ins Savage Land gereist (eine Art „innere Welt“ Setting im Marvel Universum – Jungel, prähistorische Monster, gemeine Technologie und Resourcen) um einen Bösewicht einzufangen.

Sie sind gerade gelandet, da taucht ein gigantischer T-Rex auf und trampelt erst Mal das schöne Flugzeug über den Haufen. Es gibt eine riesige Explosion und schon steht der ganze Dschungel in Flammen.

Dann rennt das Biest los und will Colossus über den Haufen rennen. Der ist aber unverwundbar und wird so, ohne einen echten Schaden zu erleiden einfach nur in die Erde getreten.

Captain America wirft sein Schild nach dem Monster – verfehlt es gerade so – und ist das Schild damit erst Mal los. Er hat einen seiner Nachteile genutzt und bekommt dafür einen Plot Point. Das ist die verbrauchbare Resource, mit der sich besonders tolle Aktionen durchführen lassen.

Colossus und Captain America versuchen dem riesigen Dinosaurier beizukommen, aber das ist gar nicht so leicht. Man muss sich eben etwas einfallen lassen, um so ein Monster zu stoppen. Einfach nur draufkloppen wird das Problem nicht lösen.

Erst Mal versucht der Captain sein Schild wiederzufinden. Leider haben die Aktionen der Spieler den Doom Pool schon wachsen lassen – das Leben als Held ist gefährlich – und der brennende Dschungel macht es auch nicht einfacher. Da hier niemand direkt den Captain aufhält, spielen nicht die Werte des Gegners eine Rolle, sondern der Doom Pool. Der selbe Würfelmechanismus wie immer erbringt das Ergebnis: Das Schild ist in dieser stressigen Situation nicht aufzufinden.

Beast erklettert einen Baum. Auch hier wehrt sich nicht der Dinosaurier, sondern der Charakter bereitet einen Vorteil vor. Diesen kann er dann in einem folgenden Wurf gewinnbringend einsetzen. Auch hier wird gegen den Doom Pool gewürfelt, gleiches System wie immer, der Effekt ist der Vorteil, der in folgenden Aktionen benutzt werden kann.

Colossus hat eingesehen, dass er dem Dinosaurier so nicht beikommt – aber er ist übernatürlich stark: Er versucht einfach, die Beine des Gegner wegzurammen. Das soll keinen Schaden machen, sondern eine Komplikation erzeugen. Der Dinosaurier geht zu Boden. Dabei haben sich opportunities auf Spielleiterseite ergeben – diese können die Spieler nutzen.

Beast, oben im Baum kann jetzt einfach auf den Gegner runterspringen und ihn so angreifen. Das wäre schon nicht schlecht, immerhin hat sein eigener Vorteil und der Nachteil des Gegners beides Einfluss auf den Wurf. Mit einem Plot Point kann er aber auch noch einen Stunt erklären – das geht immer, aber mit einer Opportunity des Gegners ist es effektiver – und so seinen Würfelpool noch weiter vergrößern. Diesem Angriff, der mit mehreren Aktionen und starkem Teamwork vorbereitet wurde, hat der Gegner nichts entgegenzusetzen.

Dabei immer im Hinterkopf behalten: Was man als Spieler macht, ist immer das Gleiche: Würfelpool zusammenstellen, Würfeln, Ergebniswürfel auswählen, Effektwürfel auswählen. Die Dynamik ergibt sich direkt aus der Erzählung und der durchgeführten Aktion.

Der Dinosaurier wird immer wütender. Auch so ein Monster hat eine „Persönlichkeit“ die Vorteilhaft oder Nachteilhaft eingesetzt werden kann. Er ist verwundet, behindert, der Dschungel um ihn herum brennt. Ich kann jetzt entscheiden, dass das Tier gar nicht mehr so recht weiß, was es tut, wild ums ich beisst, dabei zwar theoretisch gefährlich, aber nicht mehr sonderlich effektiv ist. Aber der Doom Pool wächst.

Es gibt dann noch einen Angriff von ein paar kleineren Raptoren, die Colossus aber recht gut dezimiert.

Es hätte in dem Kampf noch mehr Möglichkeiten gegeben: Mit Opportunities der Gegner wäre es durchaus möglich gewesen, Wissen über diese Monster Vorteilhaft einzubringen. Auch dies kann mit Plot Points abgebildet werden und fließt dann in den Würfelpool des Spielers ein, der dieses Wissen hat. Er kann dieses Wissen natürlich auch teilen und so ein Asset erzeugen, was alle Spieler nutzen können.

Die Frage bei D&D ist ja schnell Mal: Gibt es ein Feat dafür? Hast du den Skill? Kannst du den Zauber? Und da steht dann genau, wie es angewendet wird und was passiert. Hier ist die Frage einfach nur: Was willst Du tun. Die Abbildung im System erfolgt immer auf die gleiche Weise.

Das heisst jetzt übrigens nicht, dass man einfach ALLES machen kann. Zum Beispiel beim Angriff der Raptoren kann Collossus hingehen und sie mit einer Clothesline über den Haufen rennen. Er ist superstark, darum kann er das machen. Würde Captain America das probieren, würde das vielleicht bei einem Gegner klappen – aber nicht als Flächenangriff auf alle Raptoren. So stark ist der Captain nicht.

Aber glücklicherweise weiß man das sehr schnell, wenn man nur auf sein Charakterblatt schaut. Ein Blick, vielleicht noch eine Frage beim Spielleiter und schon kann man sich auf die Action konzentrieren.

Wenn der Konflikt kein Kampf ist, funktioniert das übrigens genau so gut. Das System steht einem fast überhaupt nicht im Weg bei der ganzen Angelegenheit und trotzdem bietet es alle Möglichkeiten, die man braucht.

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